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Kurz innehalten und rückblicken:

Welches literarische Werk (Gattung egal) habt ihr als Schüler*in in eurem gern gelesen?

@fedilz @askfedi_de

@fedilz @askfedi_de

Bei mir waren es:

- Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick
- George Orwell: 1984
- Ulrich Plentzdrof: Die neuen Leiden des jungen W.
- Bernhard Schlink: Der Vorleser

An Literatur von nicht explizit männlichen Autor*innen kann ich mich kaum erinnern, nur an Anette von Droste-Hülshoffs "Judenbuche". Der Inhalt ist aber gar nicht "hängengeblieben".

@haensel @fedilz ich habe immer gerne gelesen eigentlich, im Deutschunterricht kann ich mich an 19 Minuten von Jodi Picoult erinnern was mir gefallen hat, Die Physiker von Dürrenmatt, und ganz am Anfang in der fünften Klasse Das Fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner. An die meisten Bücher kann ich mich gar nicht mehr erinnern, wahrscheinlich nur wenn ich sie vor mir sehen würde.

@luce @fedilz

"Die Physiker" habe ich leider nicht selbst als Schüler gelesen. Dafür habe ich es aber vor zwei Jahren zum ersten Mal als Lehrer selbst im Unterricht mit meinen Schüler*innen behandelt.

Meine eigenes Gedächtnis ist mit dem Alter auch immer löchriger geworden. Es war aber auch viel dabei, was ich nicht sehr lesenswert fand und deshalb wohl verdrängt habe.

Generell schaut man im Erwachsenenalter oft noch einmal ganz anders auf Literatur.

@haensel @luce @fedilz An die "Physiker" kann ich mich auch noch erinnern. Auch an "Besuch der alten Dame". Weiß allerdings nicht mehr genau, ob wir das im Unterricht gelesen haben, oder ob ich mir das privat angetan habe. So ein fießes Stück (die Dame).

@haensel @fedilz ich finde es auch schade dass nicht mehr altersgerechtere Sachen gelesen werden die von den Schüler*innen auch gerne gelesen werden. Natürlich ist Literaturgeschichte wichtig aber die "Klassiker" und ihre Themen sind sehr wenig divers und die Auswahl (auch die die auf dem Lehrplan landen) ist oft zweifelhaft und ich finde es wurde auch viel zu wenig eingeordnet warum genau diese Werke wichtig waren, und dafür reichen oft auch Ausschnitte oder kürzere Besprechungen. Ich fände es wichtiger ein altersgerechtes, gut zu lesendes Werk zu lesen, und dann anhand dessen die literarische Entwicklung dorthin oder die Themen etc zu besprechen anstatt Lesen zu etwas zu machen wozu die Schüler*innen gezwungen werden müssen und wo die Hälfte das Buch dann doch nicht liest und noch weniger versteht oder sich dafür interessiert.

@luce @fedilz
Ich stimme weitgehend mit dir überein, dass die gewählten Werke einen "Lebensweltbezug" haben sollten. Gerade auf die Motivation kann sich das richtig positiv auswirken!

@PorcusDivinus

Fühl ich! 🤝
Ich mag das Stück auch total gern.

@PorcusDivinus

Ja, ich auch. Und dann noch Nathan der Weise von Lessing und Draußen vor der Tür von Wolfgang Borchert.

@haensel

@askfedi_de @haensel @fedilz

Mary Shelley - Frankenstein (oder der moderne Prometheus)
Hesse - Der Steppenwolf
Fontane - Effi Briest
Storm - Der Schimmelreiter

Effi Briest fand ich sehr schön zu lesen, die anderen waren spannend.
Hesse lese ich jetzt immer wieder sehr gern, konnte mich aus Schulzeiten gar nicht an das krasse GTA-mäßige Ende erinnern 😳. „Mein Name ist Gustav, ich habe mir erlaubt ihren Chauffeur zu erschießen“.

@askfedi_de @haensel @fedilz

Faust hatten wir natürlich auch und ausführlichst, aber gerne hatte ich es erst Jahre später gelesen - sehr interessant mit dem Hintergrundwissen, das man auch als damals desinteressierter Schüler mitgenommen hat. Sorry, Frau K!!!

@sternengucker @askfedi_de @haensel @fedilz Lesen, Schreiben, Rechnen zu lernen macht sicher auch sinnfrei richtig. Aber den Rest. Irgendwann habe ich für mich entdeckt, dass Menschen niemals-nicht irgendwas entwickeln, was sinnfrei ist. Sicher mag man den Sinn nicht immer erkennen, aber es gibt und gab ihn. Die Konsequenzen der Entdeckung der 0 in Matte war so ein Aha-Erlebnis. Was wären wir heute ohne sie.

@sternengucker @askfedi_de @fedilz

Das ist eine wirklich lesenswerte Leseliste, finde ich.
Die "GTA-Refferenz" finde ich großartig! 😄

@haensel
Bei mir eigentlich nur 1984. Das habe ich als Referatthema ausgewählt und weil ich es so gut fand, habe ich auch gleich noch "schöne neue Welt" gelesen.
Ob ich es auch gut gefunden hätte, wenn wir es im Unterricht behandelt und zerpflückt hätten? Keine Ahnung. 🤷‍♂️

@fedilz @askfedi_de

@fzimper @haensel @fedilz wir haben auch Schöne Neue Welt gelesen, aber im Englischunterricht. Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen und ich glaube ich habe aus der Diskussion darüber viel mitgenommen das mich das Buch aus einer anderen Perspektive hat sehen lassen.

@fzimper @fedilz @askfedi_de
Total verständlich, ein 1984 ist ein richtig großartiges und wichtiges Werk.
"Zerpflücken" ist ein wichtiges Stichwort. Dazu neigt man in der Schule häufig, so dass sich der originäre Charakter des Gesamtwerks oft nicht entfalten kann oder die Schüler*innen kein unbeschwertes Verhältnis zum Buch aufbauen können. Immer ein schmaler Grad.
Ich danke dir für die Rückmeldung!

@fzimper @haensel @fedilz @askfedi_de das durften wir nur im English lesen, aber dann direkt auch Animal Farm hinterher.
Fand ich großartig!

@haensel @fedilz @askfedi_de Keine Ahnung ob das Literatur ist: "Wurzeln »Roots«" von Alex Haley hat mir mal eine Schulfreundin mitgebracht, als ich im Krankenhaus lag. Hat bei mir einen lebenslangen Eindruck hinterlassen. Wüsste gar nicht, ob meine Nerven das heute noch aushalten würden.

@haensel @fedilz @askfedi_de Mit dem Deutschunterricht zum Abitur war ich damals überfordert, heute würde sagen extrem desinteressiert. Eine Mathelehrer hat mir gesagt: "Man müsste (auf dem Gymnasium) zwischen Mathematik und "Rechnen" unterscheiden. Auf das Fach Deutsch übertragen: zwischen Lesen und Literatur/Sprache. Beim Lesen wäre ich wohl dabei gewesen, wenn man mich bei Karl-May abgeholt hätte.

@haensel @fedilz @askfedi_de
Da meine Literatur Vorlieben schon damals stark von der Literatur im Schulunterricht abweichen, ist eigendlich nur ein Gedicht übrig geblieben. Herr Ribeck, vielleicht auch wegen dem leichten Gothic Einschlag.
Was ich damals schon gelesen habe waren u.a. Dune, Star wars, Ringwelt, Flusswelt, corum und Conan usw.

@genominc @fedilz @askfedi_de

Fantasy-Literatur wird, wenn überhaupt gelesen wird, von meinen Schüler*innen auch heutzutage am meisten rezipiert.

Ich persönlich mag nicht-kanonische Literatur auch sehr gern! :)

@haensel @fedilz @askfedi_de ich denke das gerade Harry Potter vor Jahren einen ganzen Schwung an neuen Lesern gebracht hat. Ob es heute auch eine Reihe oder ein Titel gibt der gerade SuS zum Lesen bringt weiss ich nicht.

@genominc @haensel

Ich finde es immer noch verdächtig, dass die Hauptfiguren im Steppenwolf Harry und Hermine heißen 🧐

@genominc @haensel @fedilz @askfedi_de
ich habe gerade Wattpad.com
wattpad.com/stories/fantasy%2C für mich entdeckt. Meine Tochter hat das so gelobt und ich muss sagen da gibt es viel und es ist auch irgendwie nett, dass der Leser Absätze (via Kommentar-Funktion) hinterfragen kann.

@rweinert @genominc @fedilz @askfedi_de
Die Seite kannte ich noch gar nicht - gleich mal ein Lesezeichen gesetzt.🤓
Das Kommentare-Feature klingt zudem total interessant! Vielen Dank!

@genominc @fedilz @askfedi_de

Das stimmt!
An den unfassbaren (kommerziellen) Erfolg von J. K. Rowlings Romanen kommt nichts mir Bekanntes ran. Twilight und Percy Jackson liegen auch schon etwas zurück.
Ich finde es schön, wenn überhaupt noch gelesen wird. Games, Serien und Filme haben Romanen sehr stark den Rang abgelaufen - leider.

@haensel @fedilz @askfedi_de
Ein ganz anderer Gedanke, wenn in Geschichte das wilheminische/Viktorianische Zeitalter besprochen wird, würde sich Lovecraft in Deutsch anbieten. Auch gerade wegen seinen rassistischen Einstellungen die sich auch in den Texten wieder spiegeln. Ich befürchte allerdings sowas ist in Lehrplänen nicht vorgesehen.

@genominc @haensel @fedilz @askfedi_de
Jemand aus eine Bildungsplan-Kommission in BW sagte mir, dass sich die Fächer NICHT austauschen dürften und er/sie erst in der Anhörungsfassung sehen konnte was die anderen erstellt haben.
Somit..... - Nein das scheint nicht vorgesehen.

@rweinert @genominc @fedilz @askfedi_de
Stärkere Vernetzung fänd ich persönlich ebenfalls positiv. Aber leider sind die Möglichkeiten aufgrund von curricularen oder rechtlichen Vorgaben in der Tat oft stark begrenzt.

@haensel @genominc @fedilz @askfedi_de Mein Ältester hat es geschafft, "Der kleine Hobbit" so anzupreisen, dass der bei denen damals in der 6. Klasse gelesen wurde.

@haensel @fedilz @askfedi_de

Büchner: Woyzeck

was ich heute weiß, was fehlte: Thomas Mann (die Novellen und Erzählungen sind nicht so lang, und 'Wie Jappe und Do Escobar sich prügelten' ist very very queer, daher besondere Empfehlung)
was auch fehlte: Der Untertan von Heinrich Mann

@eibart @fedilz @askfedi_de
Woyzeck habe ich erst im Studium gelesen. Das Werk ist gibt so viel her im Bereich "Drama" - in der Tat großartig.
Habe das (Fragment-)Stück mal in einer Unterrichtsreihe, die strukturell an die Ermittlungen in einem Kriminalfall angelehnt war, behandelt. Das hat viel Spaß gemacht.

@eibart @fedilz @askfedi_de
Danke auch für deine "besondere Empfehlung". Die hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Zettel - nun aber. 🤓

@haensel positiv im Gedächtnis geblieben ist mir der „Urfaust“ in der 7. oder 8. Klasse, diverse Gedichte (Büchner, Brecht) ca. 10. Klasse. Kleider machen Leute. Und dann Kant.

@Maristya
Büchner und Brecht habe ich nach der Schule intensiver kennengelernt. Sie haben mein Verständnis für Literatur bedeutend beeinflusst. Danke!

@haensel @fedilz @askfedi_de
"Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll.
Sollte meiner Meinung nach jeder mal gelesen haben. Setzt sich mit einer gewissen Boulevardzeitung auseinander.

@Shi @haensel @fedilz stimmt, das haben wir auch mal gelesen. Ich glaube mir hat es soweit gefallen, im Nachhinein hätte es mir ein paar Jahre später wahrscheinlich mehr gebracht als mit 15. Vielleicht sollte ich es nochmal lesen 😅

@luce @haensel @fedilz es ist tatsächlich das einzige Buch aus der Schulzeit, das immer noch bei mir im Regal steht. Ich versuche es gelegentlich anderen Menschen zu leihen, die es meiner Meinung mal lesen sollten. Aber wirklich erfolgreich bin ich nicht damit. Fürchte die Leute,die gewisse Boulevartblätter lesen,schrecken vor viel Text jeglicher Art zurück. Oft verstehen sie das Problem, daß sie manipuliert werden, auch einfach nicht.

@Shi @fedilz @askfedi_de
Stimmt, bietet auch Anknüpfpunkte für die Rolle von Medien in der heutigen Zeit. Vielen Dank!

@haensel @fedilz @askfedi_de Der Richter und sein Henker von Dürrenmatt. Eines der wenigen Bücher, die man überhaupt problemlos lesen konnte und ich mag Krimis.

@trimethylpentan @fedilz @askfedi_de
Positive Rückmeldungen bzgl. der guten Lesbarkeit und des Krimi-Charakters, gerade bei Werken von Dürrenmatt, habe ich auch schon von Schüler*innen erhalten.
Das sind auch wichtige Punkte, die ich bei der Lektüreauswahl berücksichtige.

@haensel @fedilz @askfedi_de (no joke) Barockgedichte... und dazu passend Wallenstein. Tristan und Isolde. Mit modernen Stücken konnte ich damals wenig anfangen.

@panda @fedilz @askfedi_de
Wow, das ist in der Tat "speziell" - im positiven Sinne.
Das mag vielleicht daran liegen, dass klassische Werke oft sehr regelkonform gestaltet und " algorithmisch" analysier- und interpretierbar sind.

@haensel @fedilz @askfedi_de war natürlich auch Lehrersache und hatte mit meinem Gefühlsleben zu tun.

@haensel @fedilz @askfedi_de

Vieles, was man in der Schule lesen musste, habe ich tatsächlich erst später, wenn ich es lesen wollte ;) , schätzen gelernt. Ich bin großer Dürrenmatt-Fan geworden, "Die Physiker" und "Der Besuch der alten Dame" finde ich grandios. Die Ringparabel aus "Nathan der Weise" ist aktueller denn je, gern gelesen habe ich auch "Des Teufels General" von Zuckmeyer.

@haensel @fedilz @askfedi_de
Wie manche andere hier haben mich die Physiker von Dürrenmatt nachhaltig beeindruckt.
Schillers Räuber & Wilhelm Tell und Eichendorffs Taugenichts.
Die Stoffe unserer Theater-AG: Brecht, Der gute Mensch von Sezuan. Jean Giraudoux, Die Irre von Chaillot. Irgendwas von Shakespeare...
Wichtiger waren mir aber die vielen Bücher, die ich außerhalb der Schule gelesen habe...

@fiee @fedilz @askfedi_de
Danke für deine Antwort! 🙏
Irgendwann zu wissen, welche Bücher einem wirklich wichtig sind, ist aus meiner Sicht die aller wichtigste (Selbst-)Erkenntnis überhaupt. 🤓

@haensel @fedilz @askfedi_de tatsächlich keins.
Bis heute lese ich nur zur Informationsaufnahme.

@bafpudvhe @fedilz @askfedi_de
Das finde ich überhaupt nicht schlimm.

Die Erkenntnis, zu wissen, dass man etwas nicht möchte o. braucht, ist sehr wichtig.

Aus der Lehrerposition würde ich natürlich provokant die Frage aufwerfen, ob das Lesen von Literatur nicht auch Informationsaufnahme sein kann. Aber das erspare ich uns. 🤓

@haensel @fedilz @askfedi_de klar, kann es. Aber keine direkt nützliche wenn es sich nicht um Sachbücher etc. handelt. Ich lese sehe viel, was Nachrichten etc. angeht. Aber einen Roman oder ähnliches? Da unterhalten mich Spiele, Filme, Musik etc. einfach besser. Hab in der Schule auch kein Buch gelesen und für sämtliche Tests mir irgendwas basierend auf dem Klappentext aus den Fingern gesogen und mit dem kombiniert was im Unterricht dran kam.

@haensel @fedilz @askfedi_de von Marc Uwe Kling hab ich ein paar Bücher gelesen und von Michaela Schaffrath - Ich, Gina Wild. Und zu Informationszwecken Mein Kampf zum Teil, was echt erschreckend war wie klar der Plan schon immer war.
Ich denke es gibt durchaus einige Bücher die man vielleicht gelesen haben sollte. Oder wenn nicht, so wie ich, trotzdem deren Aussagen und Bedeutung kennen. Eben auf anderem Wege sich mit den Inhalten befassen.

@haensel @fedilz @askfedi_de Hm. Jugend ohne Gott. (Horvath?), Der alte Mann und das Meer (nervte) 1984. Aus Faust haben wir ein Handpuppenspiel in moderner Kurzfassung gemacht , das war witzig. Der kaukasische Kreidekreis, Verlorene Ehre der Katharina Blum, bring aber ev alles durcheinander, weil ich ab der 4. zentnerweise Bücher aus der Bibliothek heimgeschleppt hab.

@haensel "Wellen" von Eduard von Keyserling hat mir so gut gefallen, dass ich es in einer Hausarbeit für die Uni behandelt habe. Und ich habe noch nie vom wem anderes gehört, dass es in der Schule gelesen wurde.

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